Elaphomyces asperulus – Rauhliche Hirschtrüffel, Bestimmung, Ökologie u. Verbreitung

Die Rauhliche Hirschtrüffel wurde bisher in Deutschland nur selten gefunden, gehört aber beispielsweise in Polen zu den häufigen Hirschtrüffelarten. Elaphomyces asperulus zählt aber auch im übrigen Europa zu den häufigsten und am weitesten verbreiteten Arten. Die Art zeichnet sich durch ein rötlich/violettes Peridium und Ascosporen aus, die mit Flecken zusammenfließender Warzen verziert sind. In Norwegen wurden einige Exemplare mit einem spektakulären blauen Lichthof in der äußeren Schicht des Peridiums ohne und innerhalb typischer Sammlungen von E. asperulus beobachtet.

Elaphomyces asperulus kann makromorphologisch mit E. granulatus und E. verruculosa verwechselt werden. Unterschiede in der Farbe der Peridie und der Sporengröße liefern wichtige Unterscheidungskriterien: E. granulatus hat ein weißes Peridium, während Elomyces asperulus violette Reflexe aufweist (Paz et al., 2017). Damit ist eine einwandfreie Bestimmung meist möglich.

Fruchtkörper der Rauhlichen Hirschtrüffel werden in etwa so groß, wie die der Warzigen Hirschtrüffel. Sie sind von hellbrauner bis dunkelbrauner Farbe und mit rauen Warzen besetzt. Die stacheligen Sporen erreichen eine Größe zwischen 24-31µm.

Über die Ökologie und Verbreitung von E. Asperulus ist in weltweit, insbesondere aber in Deutschland wenig bekannt.

Mykorrhiza Partner

Als Trend scheint E. asperulus in Nordeuropa Nadelbäume wie Fichte und Kiefer als  Mykorrhiza-Partner zu bevorzugen. In Südeuropa werden dagegen vermehrt Vorkommen unter verschiedenen Laubbaumarten gefunden.

Die wichtigsten Mykorrhiza Symbiosepartner von Elaphomyces asperulus sind:
Picea abies, Pinus sylvestris, Larix decidua (selten), Fagus sylvatica, Corylus avellana, Betula pendula,  Quercus robur, Quercus canariensis, Quercus suber, Quercus faginea.

E. asperulus hat im Vergleich zu E. granulatus vermutlich eine größere ökologische Plastizität bezüglich Baumpartner und Ansprüche an die Bodenverhältnisse.

Systematik

Die Klassifikation der Rauhlichen Hirschtrüffel ist:

Unterabteilung:  Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)

Klasse:                  Eurotiomycetes

Unterklasse:       Eurotiomycetidae

Ordnung:             Eurotiales

Familie:               Hirschtrüffelverwandte (Elaphomycetaceae)

Gattung:              Hirschtrüffel

Elaphomyces asperulus Vittad., Monogr. Tuberacearum: 69. 1831 ― Fig. 4.1, 5a–b
Synonyms. Lycoperdastrum asperulum (Vittad.) Kuntze, Revis. Gen. Pl. 2: 858. 1891.
Elaphomyces cervinus var. asperulus (Vittad.) E. Fisch., Rabenh. Krypt.-Fl., ed. 2, 1, 5: 96. 1897.

Bedeutung von Elaphomyces asperulus

Myzel: Bedeutender Ektomykorrhiza-Pilz für Fichten und Kiefern, aber auch für Birken, in Polen. In Deutschland als Symbiosepartner unbedeutend.

Fruchtkörper – Sporocarp: Größe bis maximal ca. 5 cm

Verbreitung über Sporen und direkte Mykophagie.

Peridie & Gleba

Peridie glasig mit rosa Schimmer. Gleba mit dunkler bis schwarzer Sporenmasse. Die Fruchtkörperhülle ist derber als bei E. granulatus.

Sporen

Sporengröße 24-31µm. Sporen mit stacheligen Aufsätzen.
Die Untersuchung einer Vielzahl von Sammlungen aus verschiedenen Quellen ergab, dass die Sporenornamentik auch innerhalb desselben Fruchtkörpers variabel ist. Jüngere Sporen sind in der Regel stachelig, relativ klein und hell, ältere unregelmäßig warzig, groß und dunkel. Die äußere Schicht der Wände junger Sporen in frisch gesammeltem Material besteht aus strahlenden stabförmigen Elementen, die in eine Matrix eingebettet sind. Wenn sich die Spore vergrößert, trennen sich diese und in den letzten Stadien der Sporenreifung stirbt die Matrix und schrumpft, wodurch die „Stacheln“ verschmelzen und teilweise kollabieren.

Vorkommen & Verbreitung

In Deutschland bisher nur vereinzelte Nachweise. In Polen ist Elaphomyces asperulus die am häufigsten vorkommende Hirschtrüffelart in Nadelwäldern.

Elaphomyces asperulus
Ob wohl ein Fruchtkörper von Elaphomyces asperulus dabei ist?

Deutschland

Die Rauhliche Hirschtrüffel wurde in Deutschland bisher auf der Schwäbischen Alb und im Paterzeller Eibenwald (Bayern) nachgewiesen.

Europa

Nachweise gibt es aus Norwegen, Frankreich, Italien, England, Schweden, Spanien, Ungarn und weiteren Ländern. Die Art wurde auch auf Fichtenböden unter Moos, unter Eichen, Haselnuss und im Süden unter Esskastanien gefunden. Obwohl E. asperulus vorwiegend auf sauren (oft auch nassen) Böden gefunden wurde, sind auch Funde, insbesondere in Süderopa auf kalkhaltigen Böden bekannt.

Literatur

Ławrynowicz M., Faliński J., B., Bober J., 2006: Interactions among hypogeous fungi and wild boars in the subcontinental pine forests. Biodiversity Research and Conservation 1–2: 102–106. Link.

Kutorga E., Kataržytė M., 2008: Hypogeous fungi of Lithuania: a preliminary checklist. acta Mycol. 43 (2): 133–138. Verweis

Paz A, Bellanger J., M, Lavoise C, Molia A, Ławrynowicz M., Larsson E., Ibarguen I., O., Jeppson M., Læssøe T., Sauve M., Richard F., Moreau P., A,  2017: The genus Elaphomyces (Ascomycota, Eurotiales): a ribosomal DNA-based phylogeny and revised systematics of European ‘deer truffles’. Persoonia, 38: 197-239.