Coronavirus in Böden, Garten – Verhalten, Vorkommen, Verbreitung, Persistenz, Infektionspotential des Coronavirus SARS-CoV-2

Wie verhält sich das Coronavirus im Boden? Persistenz, InfektionsrisikoIm Zusammenhang mit der Infektion durch das Coronavirus stellt sich die Frage, in wie weit das Virus in Wiesenböden, Waldböden, Ackerflächen und anderweitig landwirtschaftlich genutzten Böden vorkommt. Fragen in diesem Zusammenhang sind: Eintragswege, Überlebensdauer und Infektionspotential des Coronavirus in Böden. Stellen verschiedene Bodenarten, (auch der Gartenboden) eine Senke und/oder eine Quelle für das Coronavirus SARS-CoV-2 dar. Wie hoch ist das Infektionsrisiko?

 

Potentielle Eintragswege

In Ökosystemen, auch in solchen von Menschen bearbeiteten wie Wälder, kommt das Virus natürlicherweise nicht vor. Ein möglicher Eintragsweg für das Virus auf natürliche Böden ist die luftgetragene Deposition. Coronaviren können durch Winde und andere Luftbewegungen transportiert und auf Boden- und Pflanzenoberflächen abgelagert werden. Dies trifft ähnlich für Radionuklide wie Cäsium-137 zu.

Als weiterer Eintragsweg kann die direkte Tröpfchen-Deposition von Boden durch Husten oder Niesen einer spazierengehenden, mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person erfolgen.

Persistenz

Wie lange kann das Virus auf Boden und Pflanzenoberflächen überleben. Als Virus kann sich SARS-CoV-2 nur vermehren, wenn es eine Wirtszelle findet. Abgesehen von kleinen Bodenlebewesen sind keine Wirtszellen vorhanden. Entsprechend dürfte das Coronavirus wie auf anderen unbelebten Oberflächen nur wenige Tage als infektiöse Struktur überleben. Das Virus ist ohne Wirtszelle nur relativ wenig umweltresistent.

Temperatur und Feuchtigkeit beeinflussen die Persistenz des Virus: Rabenau et. al (2005) geben für das SARS-CoV seine Infektiosität bis zu 9 Tage in Suspension und Überlebenszeiten zwischen 1 Tag und 6 Tagen im getrockneten Zustand an.

Casanova et al. 2010 fanden eine deutliche Temperaturabhängigkeit der Infektionsdauer: Höhere Temperaturen verkürzten die Persistenz deutlich. Es handelt sich um eine Virus-Surrogate-Studie. Untersucht wurde auch die Abhängigkeit der Infektiosität von der Luftfeuchtigkeit, die allerdings einen im Vergleich zur Lufttemperatur komplexeren Verlauf ergab.

Gartenboden

Die Wahrscheinlichkeit des Vorkommens des Coronavirus in Gartenboden ist bedingt durch die Nähe zur potentiellen Infektionsquelle Mensch höher als in zu natürlichen Böden wie Waldböden. Aktuell liegen noch keine Daten zu Bodenkontaminationen von Gartenböden mit dem SARS-CoV-2 vor.

Bisher keine Forschungen und damit auch keine Ergebnisse

Aktuell liegen weltweit noch kleine Forschungsergebnisse zu diesem Thema vor. Nötig wäre die Entnahme von Bodenproben und anschließendem Test auf SARS-CoV-2. Das Virus wurde bisher von Seiten der Politik weitgehend im Hinblick auf den menschlichen Übertragungsweg konzentriert. Eine fehlende Umweltanalyse, die auch andere ökosystemrelevante Kompartimente berücksichtigt, könnte sich später als gravierender Fehler herausstellen.

Literatur

Bundesamt für Landwirtschaft der Schweiz – Coronavirus in der Landwirtschaft

Casanova L., M, Jeon S, Rutala WA, Weber DJ, Sobsey MD., 2010: Effects of Air Temperature and Relative Humidity on Coronavirus Survival on Surfaces. Applied and Environmental Microbiology. 76(9):2712-7. Link zum Artikel.

Rabenau HF, Cinatl J, Morgenstern B, Bauer G, Preiser W, Doerr HW., 2005: Stability and inactivation of SARS coronavirus. Med Microbiol Immunol. 194(1-2):1-6. Link