Rothirsche Jagdstrecke – Entwicklung der Rotwild Population in Deutschland

Die Populationsentwicklung von Rotwild hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, die Jagdstrecken lassen es zumindest vermuten. Die Umweltbedingungen scheinen der grĂ¶ĂŸten freilebenden Hirschart in Deutschland gut zu bekommen. Genaue ZĂ€hlungen sind aber, wie auch bei andere Schalenwildarten, nicht möglich. Daher ist der genaue Rotwildbestand in Deutschland nicht bekannt. Ähnlich wie bei den anderen Schalenwildarten (Jagdstecke Wildschweine, oder Jagdstatistik fĂŒr Nutria) werden auch bei Cervus elaphus Abschusszahlen als Indikator fĂŒr die Entwicklung der Rothirsch Population verwendet. Wissenschaftler versuchen aber trotzdem mit verschiedenen Methoden, BestĂ€nde genauer zu ermitteln. Dazu zĂ€hlen Versuche mit ScheinwerferzĂ€hlungen, mit WĂ€rmebildkameras oder mit genetischen Untersuchungen der Losung.
In der Regel werden die so ermittelten Bestandszahlen mit den regionalen Rothirsch Jagdstrecken abgeglichen um Fehlerquellen festzustellen bzw. die Methoden zu evaluieren. Da die Methoden zur Bestandermittlung aufwĂ€ndig und doch mehr oder weniger ungenau sind, wird zur Populationsentwicklung letztlich doch auf die Jagdstatistik von Rotwild als beste SchĂ€tzung zurĂŒckgegriffen. In der Abbildung 1 sind die Rothirsch AbschĂŒsse der letzten Jahre in Deutschland dargestellt.

Rothirsch Jagdstrecke: Entwicklung der Erlegungen von Rotwild (Cervus elaphus) in Deutschland von 1996 bis 2021

Abb. 1: Abb. 1: Jagdstrecken von Rotwild von 1980 – 2020 nach Jagdjahren. Quelle: wild-monitoring.de, jagdverband.de

Der Anstieg der Erlegungen ist beachtlich: Wurden im Jagdjahr 1996/1997 46.127 Rothirsche erlegt, waren es 2019/2020 bereits 76.897 Tiere. Allerdings zeigen die Abschusszahlen seit 2012/2013 einen stagnierenden Trendverlauf. Die Entwicklung der Rothirschpopulation in den kommenden Jahren ist daher besonders spannend. Zumal das Dauerthema ĂŒberhöhte RotwildbestĂ€nde im Hinblick auf den durch den Klimawandel arg geschĂ€digten deutschen Wald besonders Konfliktpotenzial hat (BMEL neues Jagdgesetz, TAZ).

Jagdstrecke Rotwild in Österreich

Auch in Österreich nimmt die Rothirschpopulation zu. Im Jagdjahr 2019/2020 betrug die Zahl der AbschĂŒsse 57.524 StĂŒck Rotwild und damit +4,6% gegenĂŒber den Vorjahreszahlen. In der Tabelle 1 sind die Erlegungen fĂŒr 2019/2020 nach BundeslĂ€nder sortiert angegeben.

Tab. 1: Rothirsche Erlegungen in Österreich 2018/2019 und 2019/2020. Quelle: statistik.at

Bundesland Hirsche Tiere KĂ€lber Summe
Burgenland 275 583 430 1.288
KĂ€rnten 3.257 4.292 3.359 10.908
Niederösterreich 2.149 3.099 2.287 7.535
Oberösterreich 1.031 1.698 1.141 3.870
Salzburg 1.857 2.865 2.137 6.859
Steiermark 3.504 4.984 3.871 12.359
Tirol 3.271 5.150 3.284 11.705
Vorarlberg 684 1.318 990 2.992
Wien 3 3 2 8
Österreich 2019/20 16.031 23.992 17.501 57.524
Österreich 2018/19 15.404 22.234 17.339 54.977

Die Populationsentwicklung verlÀuft in mehreren LÀndern sehr Àhnlich, wie aus der Abbildung 2 hervorgeht.

Entwicklung der Erlegungen von Rothirschen in Deutschland. Österreich und der Schweiz. Jagdstatistik von 1930 -2010

Abb. 2: Erlegungen von Rothirschen von 1930 bis 2010 in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Quelle: Vetter und Arnold 2018

Populationsentwicklung Rothirsche in der Schweiz

Die Entwicklung der Erlegungen fĂŒr die Schweiz ist aus der Tabelle 2 ersichtlich.

Tab. 2: Jagdstatistik fĂŒr Rotwild in der Schweiz, 1970 – 2019. Quelle: bfs.admin.ch

Jahr 1970 2000 2018 2019
Rothirsche 1.611 7.036 12.459 13.109

Auch in der Schweiz ist der Rothirsch Bestand von 1970 bis 2019 sehr stark gestiegen, wie auch aus der Abbildung 3 hervorgeht. Die Populationsentwicklung entspricht in etwa der Dynmaik in Deutschland in den letzen 2 Jahrzehnten.

Rotwildstrecke in der Schweiz, 1995 - 2020

Abb. 3: Rotwild Erlegungen in der Schweiz von 1995 – 2020. Quelle: bfs.admin.ch

Literatur

Vetter s., G., Arnold w., 2018: Effects of population structure and density on calf sex ratio in red deer (Cervus elaphus)—implications for management. European Journal of Wildlife Research (2018) 64: 30. Text