Radioaktive Kontamination von Pilzen – Cäsium 137 Strahlenbelastung von Maronenröhrlingen, Pfifferlingen und Karten

Der Steinpilz (Boletus edulis) hat eine mittlere Cäsium-137 AkkumulationsfähigkeitDie erhöhte Radioaktivität von Pilzen ist schon seit dem globalen Kernwaffenfallout bekannt und wurde nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl ausgiebig untersucht. In Deutschland wird die Strahlenbelastung von Waldpilzen aufgrund der Halbwertszeit von ca. 30 Jahren inzwischen weitgehend durch Cäsium-137 verursacht.
Ungestörte Waldböden bilden für viele Stoffe eine Senke. Aufgrund der besonderen Dynamik von Waldböden verbleiben Radiocäsium und auch andere Schadstoffe oft in der Humusauflage oder in den obersten Mineralbodenschichten. Genau in diesen Bodenschichten befinden sich die Myzelien vieler Pilze und versorgen von hier aus ihre oberirdische Fruchtkörper mit Nährstoffen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie Radionuklide akkumulieren.

Die wichtigsten Ergebnisse sind:

  • Der regionale Cäsium-137 Deposition durch den Tschernobyl Fallout und damit die Höhe der Cs-137 Kontamination des Bodens spielt für die Höhe der Radioaktivität der Pilze eine bedeutende Rolle
  • Die Standortverhältnisse (Bodenart, ph-Wert, Bodenfeuchte etc.) sind ein wesentlicher Einflussfaktor
  • Pilze reichern Cs-137 artspezifisch an (genetisch festgelegtes Akkumulationsfähigkeit)
  • Die Cäsium- 137 Messwerte schwanken auch bei derselben Art kleinstandörtlich erheblich (bis Faktor 10)

Cäsium 137 Messwerte und Informationen zur Strahlenbelastung von Pilzen

Die Radioaktivität von Pilzen, insbesondere die von der Bevölkerung konsumierten Speisepilze werden regelmäßig stichprobenartig überprüft und Messwerte veröffentlicht. Gemessen wird dabei im Auftrag von Bundesbehörden und auch von Einrichtungen der Länder. Aufgrund der erhöhten Cäsium-137 Deposition durch den Tschernobyl-Fallout in den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern, untersuchen die entsprechenden Landesämter vermehrt Proben von Pilzen auf radioaktive Belastung. So beispielsweise das Bayerische Landesamt für Umwelt.

Umweltanalysen.com hat in mehreren Forschungsvorhaben im Auftrag des BMU seit 1986 die radioaktive Kontamination von Pilzen untersucht. Die Forschungsvorhaben wurden überwiegend in Gebieten Süddeutschlands durchgeführt, die vom Tschernobyl-Fallout besonders betroffen sind. Darüber hinaus erfolgten auch eigene Untersuchungen.

In einigen, durch den Tschernobyl-Fallout besonders begtroffenen Regionen Deutschlands insbesondere in Süddeutschland, können auch aktuell noch bei einigen Pilzarten gelegentlich oder regelmäßig Cäsium 137 Kontaminationen über 600 Bq/kg Frischgewicht auftreten.

Info Button  Bei Wildpilzen gelten diese Belastungs-Trends für ganz Deutschland:

relativ hohe Cs 137 Belastung: Maronenröhrling, Elfenbeinschneckling, Semmelstoppelpilz, Schweinsohr
mittlere Belastung: Steinpilz, Rotfußröhrling
relativ geringe Cs 137 Belastung: Hallimasch, Pfifferling, Ziegenlippe

Eigene Untersuchungen

In 2018 wurden in einem Areal des Nationalparks Bayerischer Wald einige Pilzproben entnommen. Das Gebiet zählt mit zu den am höchsten durch den Tschernobyl-Fallout kontaminierten Gebieten Deutschlands. Die Cäsium-137 und Kalium-40 Aktivität Messungen der Pilzproben erfolgten am Labor für Radioisotope der Georg-August-Universität Göttingen. Der Messfehler betrug <10%. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 1 angegeben.

Tab. 1: Cäsium-137 Aktivität von Maronen und Steinpilzen aus dem Nationalpark Bayerischer Wald. Funddatum 18.09.2018

Funddatum Pilzart Cs-137 [Bq/kg FS] Cs-137 [Bq/kg TS]
18.09.2018 Maronen-Röhrling 2.924 28.660
18.09.2018 Maronen-Röhrling 2.983 30.520
18.09.2018 Maronen-Röhrling 1.612 21.250
18.09.2018 Maronen-Röhrling 1.011 8.364
18.09.2018 Steinpilz 659 5.376
18.09.2018 Steinpilz 651 6.235
18.09.2018 Steinpilz 560 5.384

Angegeben ist die Radioäcium Aktivität bezogen auf Frischsubstanz (FS) und Trockensubstanz (TS). Deutlich sind die arttypischen Unterschiede in der Cs-137 Kontamination zwischen Maronen und Steinpilzen zu sehen.
Wir die Korrelation der Cäsium 137 Aktivität im Boden mit dem Myzel-Vorkommen verschiedener Pilzarten mittels DNA-Sequenzierung hier untersucht.

Radioaktivität beim Maronenröhrling, Kastanienbrauner Röhrling – Imleria badia (Syn. Xerocomus badius, Boletus badius)

Die zu den Röhrlingsartigen (Boletaceae) gehörenden Maronenröhrlinge sind beliebte Speisepilze. Der Maronenröhrling ist in ganz Europa verbreitet, mit dem Verbreitungsschwerpunkt Nadelwälder. Der Röhrling kommt in Deutschland fast überall vor, wächst gern auf sauren Standorten und ist beispielsweise im Bayerischen Wald ein von Schwammerl Sammlern gern gesuchter Pilz.

Vielen älteren Pilzsammlern ist noch der wissenschaftliche Artname Xerocomus badius bekannt. Allerdings hatten molekularbiologische, genetische und morphologische Analysen gezeigt, das Xerocomus badius nicht zu der Xerocomus Gruppe einzuordnen ist Gelari et al. (2013), Šutaras (2008). Vizzini nannte die Art 2014 daruafhin in Imleria badia um, nachdem er die Gattung Imleria gebildet hatte. Den Gattungsname Imleria hat Vizzini zu Ehren der belgischen Mykologin Louis Imler (1900-1993) benannt.
Das Myzel des Maronenröhrlings ist als long distance Exploration type einzustufen (Agerer 1990).

Maronenröhrling Verbreitungskarte von Imleria badia

Abb. 0: Vorkommen- und Verbreitungskarte des Maronenröhrling inDeutschland. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V.

Maronenröhrlinge gehören zu den Pilzarten, die Cäsium 137 besonders stark akkumulieren. Das BfS gibt aus dem Pilzbericht 2018 für Freising 150 und 85 Bq/kg Frischgewicht, Siegenburg 150 Bq/kg, Aufham/Högl 510 Bq/kg, 400 Bq/kg und 39 Bq/kg an.

Langfristig nimmt die Strahlenbelastung von Maronenröhrlinge (Imleria badia) durch Radiocäsium ab. In der Abbildung 01 ist der Zeitverlauf der Kontamination für Niedersachsen dargestellt. Deutlich zu sehen ist die Abnahme der Cäsium 137 Aktivität seit 1986 und die höhere Belastung im Vergleich zu Steinpilz und Hallimasch.

 

Cäsium 137 Aktivität von Maronenröhrlingen, Steinpilzen und Hallimasch: Entwicklung von 1986 -2018 in Niedersachsen

Abb. 01: Entwicklung der Cäsium 137 Aktivität von Maronenröhrlingen, Steinpilzen und Hallimasch in Niedersachsen von 1986 – 2017 (Mittelwerte). Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

Der Trend in Niedersachsen wird auch durch Messungen aus Brandenburg bestätigt, wie die Abbildung 02 zeigt. Dargestellt sind jeweils der Minimal- und Maximalwert und der Median. Die Neigung der Regressionsgeraden (schwarze Linie) zeigt die Abnahme der Cäsium 137 Kontamination.

Trend der Cäsium 137 Strahlenbelastung von Maronen-Röhrlingen in Brandenburg

Abb. 02: Zeitverlauf der Strahlenbelastung von Maronen-Röhrlingen in Brandenburg von 1992 – 2016 (Mittelwerte). Quelle: Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit, Land Brandenburg

Cäsium 137 Belastung beim Echten Pfifferling (Cantharellus cibarius)

Liebhaber von Pfifferlingen können aufatmen: Diese Pilzart gehört zu den weniger Cäsium 137 anreichernden Pilzen. Cantharellus cibarius, der wegen seiner dottergelben Farbe auch Eierschwamm genannt wird ist ein Mykorrhiza Pilz. Die Fichte ist der wichtigste Baumpartner, gefolgt von der Rotbuche.
Die radioaktive Belastung durch Cäsium 137 ist bei Pfifferlingen verhältnismäßig gering. In Niedersachsen wurde bei Untersuchungen in 2016 und 2017 keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt. Daher werden nur selten Messwerte publiziert. Entsprechend gibt es keine flächendeckenden Karten, insbesondere jüngeren Datums also aus 2018 oder 2019 zur Strahlenbelastung in Deutschland. In den Pilzberichten des BfS aus 2018 und 2019 sind diese Messwerte hinterlegt, die Fundorte stehen in Klammern: 610 Bq/kg Frischgewicht (Oberjettenberg), 14 Bq/kg (Aufham/Högl), 39 Bq/kg (Siegenburg), 50 Bq/kg (Hohendorf bei Bad Brambach) und 13 (Hochstadt).

Import Pfifferlinge mit Herkunft aus Weißrussland, insbesondere aus der Tschernobyl Umgebung, können allerdings höhere Radiocäsium Kontaminationen aufweisen.
Von der AG Physikalische Umweltanalytik der Universität Oldenburg sind historische Gesamtcäsium Werte (Cs-137 + Cs-134) bezogen auf Frischsubstanz  angegeben:
Pfifferling aus Polesskoye/UdSSR nahe Tschernobyl (7/90) / CS = 6.342 Bq/kg
Pfifferling aus UdSSR Tschernobyl-Zone (Ernte Juli 90) / CS = 6.776 Bq/kg
Allerdings wurden auch in einer Probe von Pfifferlingen aus dem Bayerischen Wald, vom September 1988, eine Cäsium Aktivität von 7.893 Bq/kg bestimmt.

In der Tabelle 2 sind eigene Messwerte aus der Gegend um Zwiesel (Bayerischer Wald) aus 2002 angegeben. In diesem Teil des Bayerischen Waldes wurden in Maronen auch 2018 noch deutlich höhere Radiocäsium Werte ermittelt (s. Tabelle 1). Pfifferlinge gehören damit zu den weniger stark Cs-137 akkumulierenden Pilzarten.

Tab. 2: Cäsium-137 Aktivität von Pfifferlingen aus dem Raum Zwiesel

Probedatum Entnahmeort Pilzart Cs-137 [Bq/kg FS]
26.07.2002 Bayer. Eisenstein Pfifferling 511
18.08.2002 Zwiesel Pfifferling 742
18.08.2002 Zwiesel Pfifferling 710
18.08.2002 Zwiesel Pfifferling 193
18.08.2002 Zwiesel Pfifferling 156
03.08.2002 Zwiesel Pfifferling 638
03.08.2002 Zwiesel Pfifferling 676

Radiocäsium Kontamination beim Hallimasch (z. B. Armillaria mellea)

Der allgemein als Hallimasch bekannte Speisepilz besteht aus einer ganzen Reihe verschiedener Arten der Gattung Armillaria (Honigpilze). Bekannt ist beispielsweise der Honiggelbe Hallimasch (Armillaria mellea). Die Hallimasche haben eine parasitische Lebensweise, denn sie ernähren sich von lebendem oder noch lieber, totem Holz. Da Holz relativ zu anderen Kompartimenten des Waldes nur wenig Cäsium 137 anreichert, gehören Hallimasche zu den geringer strahlenbelasteten Pilzen. Hier einige Messwerte aus dem Untersuchungsgebiet Bodenmais aus 2003 (Tabelle 3):

Tab. 3: Cäsium-137 Aktivität von Hallimasch aus dem Bayerischen Wald

Probedatum Entnahmeort Pilzart Cs-137 [Bq/kg FS]
04.10.2003 Bodenmais Hallimasch 96
04.10.2003 Bodenmais Hallimasch 68
04.10.2003 Bodenmais Hallimasch 61
04.10.2003 Bodenmais Hallimasch 80
04.10.2003 Bodenmais Hallimasch 238
04.10.2003 NPBW* Hallimasch 11
04.10.2003 NPBW Hallimasch 10

*NPBW=Nationalpark Bayerischer Wald

Parasol bzw. Riesenschimpilz (Macrolepiota procera) mit nur geringe Strahlenbelastung

Der Parasol erreicht mit einem Hutdurchmesser von bis zu 35 cm eine stattliche Größe, weshalb er auch Riesenschirmpilz oder Gemeine Riesenschirmling genannt wird. Besonders auffällig wächst er auf Wiesen, kommt auch auch in wäldern vor. Parasole die auf Wiesen wachsen, enthalten im Vergleich zu anderen Pilzarten meist wenig Cäsium 137.

Tab. 4: Cäsium-137 Aktivität von Parasol aus Bodenmais (Fielitz 2005)

Probedatum Entnahmeort Pilzart Cs-137 [Bq/kg FS]
23.07.2004 Bodenmais Parasol 1.205
03.10.2004 Bodenmais Parasol 3
03.10.2004 Bodenmais Parasol 4

Das BfS gibt für Proben von Parasol aus Hochstadt 8,3 Bq/kg FS, Freising 0,3 Bq/kg FS und Oberschleißheim 0,7 Bq/kg FS und 1,1 Bq/kg FS an, Funddatum alle 2017 (Kabei und Popitz Spuhler 2018).

Bundesamt für Strahlenschutz

Das Bundesamt für Strahlenschutz publiziert jährlich die Fachpublikation „Radioaktive Kontamination von Speisepilzen“
Aktuelle Messwerte (Stand: 2016), Fachbereich Strahlenschutz und Umwelt

Die eigenen Messungen des BfS konzentrieren sich auf das durch den Tschernobyl-Fallout stärker betroffene Gebiet Süddeutschland. Der Bericht wird jährlich aktualisiert, wobei sich im Anhang die Cäsium-137 und Kalium-40 Messergebnisse seit 2005 finden. Die Probeentnahme erfolgt, jährlich unterschiedlich, maximal an 11 Standorten (Dauerprobeflächen). Die Messwerte der Strahlenbelastung beziehen sich auf die Aktivität in der Frischsubstanz (Quelle: Bfs.de):

„Die Höhe der Cs-137-Kontamination schwankt je nach Pilzart und von Standort zu Standort erheblich. Aktivitäten von mehr als 1.000 Bq/kg Cs-137 wurden in  den letzten drei Jahren (2014 bis 2016) in Orangefalben (Hygrophorus unicolor) und Braunscheibigen Schnecklingen (Hygrophorus discoideus), Gemeinen Erdritterling (Tricholoma terreum), Rotbraunen Semmelstoppelpilzen (Hydnum rufescens), Semmelstoppelpilzen (Hydnum repandum), Maronenröhrlingen (Xerocomus badius) und Braunen Scheidenstreiflingen (Amanita umbrinolutea) gemessen.
Mit Messwerten stets unter 5 Bq/kg Cs-137 waren im gleichen Zeitraum z. B.folgende Arten nur gering kontaminiert: Beutelstäubling (Lycoperdon excipuliforme), Birnenstäubling (Lycoperdon pyriforme), Brauner Büschelrasling (Lyophyllum decastes), Braunschuppiger Riesenchampignon (Agaricus augustus),  Breitblättriger Rübling (Megacollybia platyphylla), Faltentintling (Coprinus atramentarius), Fleischfarbener Hallimasch (Armillaria gallica),  Fuchsiger Rötelritterling (Lepista flaccida), Gemeiner Weißtäubling (Russula delica),  Küchenschwindling (Marasmius scorodonius), Milder Milchling (Lactarius mitissimus), Mönchskopf (Clitocybe geotropa), Parasol (Macrolepiota procera), Rehbrauner Dachpilz (Pluteus cervinus),  Riesenporling (Meripilus giganteus), Saitenstieliger Knoblauchschwindling (Marasmius alliaceus),  Schmutziger Rötelritterling (Lepista sordida), Sommerröhrling (Boletus fechtneri),  Violettstieliger Täubling (Russula violeipes),  Weinroter Graustieltäubling (Russula vinosa), Wiesenchampignon (Agaricus campestris) und Zweifarbiger Lacktrichterling (Laccaria bicolor).
Proben, bei denen nur die Nachweisgrenze für Cs-137 ermittelt werden konnte, sind hier nicht aufgeführt.“

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BfS Umweltradioaktivität und-Strahlenbelastung Jahresbericht 2018

BfS Umweltradioaktivität und-Strahlenbelastung Jahresbericht 2019

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Das BMU veröffentlicht jährlich den Bericht „Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung“.  Jahresbericht 2015. Zu Kontamination von Wildpilzen wird erklärt:

„In Lebensmitteln aus Waldgebieten und vereinzelt auch bei Fischen wurden weiterhin höhere Werte gemessen. Die spezifischen Cs-137-Aktivitäten reichten bei einigen Arten von Wildpilzen, z. B. Maronenröhrlingen (68 Messungen) bis 670 Bq/kg. Ein Blauer Lacktrichterling (Laccaria amethystina) enthielt 860 Bq/kg. Bei Fischen traten bis zu 29 Bq/kg bei Flussbarschen auf (11 Messungen).“

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Messungen von Pilzen aus Bayern werden u. a. vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit durchgeführt. Für 2017 wurden die folgenden Ergebnisse auf der Webseite des LGL publiziert:

Bezeichnung Probenzahlen Cäsium-137-Gehalt in Bq/kg
Import Inland Minimum Maximum MW
Wildpilze 15 113
Maronenröhrlinge 33 11 427 147
Pfifferlinge 6 9 1 337 60
Steinpilze 6 10 < 1 426 77
andere Wildpilze 3 61 < 1 844 60

Bayerisches Landesamt für Umwelt

Das Bayerisches Landesamt für Umwelt untersucht verschiedene Umweltproben auf Radioaktivität, darunter auch Wildschweine und Wildpilze. Die Daten können über eine Datenbank hier abgerufen werden: lfu.bayern.de:

Messwerte 2019

Für Pilze liegen aus 2019 diese Cäsium 137 Messdaten bezogen auf Frischsubstanz vor:

Probenahme Landkreis der Probenahme Probe Cäsium-137 [Bq/kg Frischgewicht]
11.10.2019 Hof, Landkrs. Birkenpilz (Leccinum scabrum) < 0,42
09.10.2019 Nürnberger Land, Landkrs. Birkenpilz (Leccinum scabrum)   8,2
19.09.2019 Starnberg, Landkrs. Birkenpilz (Leccinum scabrum)   110
02.09.2019 Schwandorf, Landkrs. Birkenpilz (Leccinum scabrum)   27
08.10.2019 Weiden i.d. OPf. Birken-Rotkappe (Leccinum testaceoscabrum)   13
02.09.2019 Weilheim-Schongau, Landkrs. Birken-Rotkappe (Leccinum testaceoscabrum)   35
08.10.2019 Weiden i.d. OPf. Butterpilz (Suillus luteus)   11
21.10.2019 Miltenberg, Landkrs. Flockenstieliger Hexenröhrling (Boletus erytropus)   1,0
09.10.2019 Erding, Landkrs. Flockenstieliger Hexenröhrling (Boletus erytropus)   14
30.08.2019 Bayreuth, Landkrs. Flockenstieliger Hexenröhrling (Boletus erytropus)   20
11.10.2019 Hof, Landkrs. Frauentäubling (Russula cyanoxantha)   0,40
18.10.2019 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Goldröhrling (Suillus placidus)   180
18.10.2019 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Hallimasch (Armillariella mellea) < 2,2
09.10.2019 Dillingen a.d. Donau, Landkrs. Hallimasch (Armillariella mellea)   4,5
09.10.2019 Lichtenfels, Landkrs. Hallimasch (Armillariella mellea) < 1,8
09.10.2019 Coburg Hallimasch (Armillariella mellea)   0,57
07.10.2019 Lichtenfels, Landkrs. Hallimasch (Armillariella mellea) < 0,82
07.10.2019 Lichtenfels, Landkrs. Hallimasch (Armillariella mellea) < 0,85
08.10.2019 Weiden i.d. OPf. Krause Glucke (Sparassis crispa)   5,5
30.09.2019 Schweinfurt, Landkrs. Krause Glucke (Sparassis crispa)   0,70
30.09.2019 Unterallgäu, Landkrs. Krause Glucke (Sparassis crispa)   23
15.09.2019 Coburg, Landkrs. Krause Glucke (Sparassis crispa)   2,8
11.09.2019 Wunsiedel i. Fichtelgebirge, Landkrs. Krause Glucke (Sparassis crispa)   7,9
10.09.2019 Schwandorf, Landkrs. Kuhröhrling (Suillus bovinus)   9,3
22.10.2019 Aschaffenburg, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   1,5
22.10.2019 Kronach, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   15
21.10.2019 Miltenberg, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   16
21.10.2019 Bayreuth, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   120
18.10.2019 Fürstenfeldbruck, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius) < 4,0
17.10.2019 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   260
14.10.2019 Kulmbach, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   120
14.10.2019 Bamberg, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   60
09.10.2019 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   300
09.10.2019 Kelheim, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   65
09.10.2019 Hof, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   42
08.10.2019 Rosenheim Maronenpilz (Xerocomus badius)   430
08.10.2019 Deggendorf, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   370
08.10.2019 Weiden i.d. OPf. Maronenpilz (Xerocomus badius)   85
08.10.2019 Weiden i.d. OPf. Maronenpilz (Xerocomus badius)   55
04.10.2019 Regensburg, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   43
01.10.2019 Tirschenreuth, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   73
30.09.2019 Forchheim, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   54
30.09.2019 Schwandorf, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   290
30.09.2019 Erding, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   19
30.09.2019 Schwandorf, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   61
30.09.2019 Augsburg Maronenpilz (Xerocomus badius)   440
29.09.2019 Cham, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   68
27.09.2019 Mühldorf a. Inn, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   140
26.09.2019 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   34
25.09.2019 Passau, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   19
24.09.2019 Rottal-Inn, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   85
23.09.2019 Straubing-Bogen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   94
18.09.2019 Regen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   120
18.09.2019 Schwandorf, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   59
18.09.2019 Schwandorf, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   74
18.09.2019 Aichach-Friedberg, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   330
16.09.2019 Kaufbeuren Maronenpilz (Xerocomus badius)   49
13.09.2019 Aichach-Friedberg, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   450
10.09.2019 Neumarkt i.d. OPf., Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   31
03.09.2019 Landsberg am Lech, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   130
03.09.2019 Traunstein, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   170
30.08.2019 Bayreuth, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   95
27.08.2019 Dillingen a.d. Donau, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   35
27.08.2019 Ansbach Maronenpilz (Xerocomus badius)   25
27.08.2019 Dingolfing-Landau, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   33
26.08.2019 Neumarkt i.d. OPf., Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   13
23.08.2019 Bayreuth, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   40
21.08.2019 Regen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   400
08.10.2019 Weiden i.d. OPf. Orangeroter Graustieltäubling (Russula decolorans)   15
21.10.2019 Kitzingen, Landkrs. Parasolpilz (Macrolepiota procera) < 0,45
17.10.2019 Erlangen-Höchstadt, Landkrs. Parasolpilz (Macrolepiota procera) < 2,6
15.10.2019 Rhön-Grabfeld, Landkrs. Parasolpilz (Macrolepiota procera) < 0,18
15.10.2019 Regen, Landkrs. Parasolpilz (Macrolepiota procera)   0,47
09.10.2019 Miltenberg, Landkrs. Parasolpilz (Macrolepiota procera) < 0,48
08.10.2019 Weiden i.d. OPf. Parasolpilz (Macrolepiota procera) < 0,57
01.10.2019 Oberallgäu, Landkrs. Parasolpilz (Macrolepiota procera) < 3,8
30.09.2019 Unterallgäu, Landkrs. Parasolpilz (Macrolepiota procera) < 1,4
12.08.2019 Weilheim-Schongau, Landkrs. Parasolpilz (Macrolepiota procera)   1,7
24.09.2019 Neu-Ulm, Landkrs. Pilze bedingt verwendbar < 2,3
16.10.2019 Amberg-Sulzbach, Landkrs. Rauchbl. Schwefelkopf (Hypholoma capnoides)   17
16.09.2019 Lindau (Bodensee), Landkrs. Riesenbovist (Lycoperdon giganteum)   71
28.08.2019 Pfaffenhofen a.d. Ilm, Landkrs. Riesenbovist (Lycoperdon giganteum) < 2,6
12.08.2019 Weilheim-Schongau, Landkrs. Riesenbovist (Lycoperdon giganteum) < 1,6
16.10.2019 Altötting, Landkrs. Ritterling violetter (Lepista nuda) < 5,2
22.10.2019 Main-Spessart, Landkrs. Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron)   1,5
21.10.2019 Weißenburg-Gunzenhausen, Landkrs. Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron)   68
08.10.2019 Weiden i.d. OPf. Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron) < 1,0
01.10.2019 Freyung-Grafenau, Landkrs. Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron)   23
01.10.2019 Oberallgäu, Landkrs. Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron)   40
24.09.2019 Landshut, Landkrs. Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron)   86
08.10.2019 Weiden i.d. OPf. Sandröhrling (Suillus variegatus)   37
09.10.2019 Starnberg, Landkrs. Semmel-Stoppelpilz (Hydnum repandum)   250
23.09.2019 Garmisch-Partenkirchen, Landkrs. Semmel-Stoppelpilz (Hydnum repandum)   1.600
22.09.2019 Miesbach, Landkrs. Semmel-Stoppelpilz (Hydnum repandum)   1.300
19.09.2019 Starnberg, Landkrs. Semmel-Stoppelpilz (Hydnum repandum)   420
21.10.2019 Rhön-Grabfeld, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis)   0,22
21.10.2019 Miltenberg, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis)   7,4
17.10.2019 Schwandorf, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis)   26
08.10.2019 Weiden i.d. OPf. Steinpilz (Boletus edulis)   57
01.10.2019 Tirschenreuth, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis)   18
24.09.2019 Schwandorf, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis)   68
24.09.2019 Schwandorf, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis)   62
08.09.2019 Roth, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis)   3,6
05.09.2019 Miesbach, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis)   22
28.08.2019 Nürnberger Land, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis)   43
26.08.2019 Neumarkt i.d. OPf., Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis)   18
09.10.2019 Schwandorf, Landkrs. Waldchampignon (Agaricus silvaticus) < 1,5
21.10.2019 Kitzingen, Landkrs. Wiesenchampignon (Agaricus camprestris) < 0,41
10.10.2019 Freising, Landkrs. Wiesenchampignon (Agaricus camprestris) < 1,7
09.10.2019 Kulmbach, Landkrs. Wiesenchampignon (Agaricus camprestris) < 1,5
20.08.2019 Weißenburg-Gunzenhausen, Landkrs. Wiesenchampignon (Agaricus camprestris) < 2,5

Messwerte 2018

Probenahme Landkreis der Probenahme Probe Cäsium-137 [Bq/kg Frischgewicht]
17.10.2018 Lichtenfels, Landkrs. Stockschwämmchen (Kühneromycetes mutabilis)   4,0
09.10.2018 Regen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   730
09.10.2018 Weilheim-Schongau, Landkrs. Birken-Rotkappe (Leccinum testaceoscabrum)   19
09.10.2018 Weilheim-Schongau, Landkrs. Parasolpilz (Macrolepiota procera)   5,1
09.10.2018 Weilheim-Schongau, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   53
09.10.2018 Weilheim-Schongau, Landkrs. Netzstieliger Hexenröhrling (Boletus luridus)   35
09.10.2018 Weilheim-Schongau, Landkrs. Birkenpilz (Leccinum scabrum)   60
08.10.2018 Günzburg, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   130
06.10.2018 Aichach-Friedberg, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   600
02.10.2018 Bad Tölz-Wolfratshausen, Landkrs. Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron)   3,5
02.10.2018 Bad Tölz-Wolfratshausen, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis b.ärens b.pinicola b.ästivalis)   9,0
02.10.2018 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   240
02.10.2018 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   66
02.10.2018 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   1.100
02.10.2018 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron)   190
02.10.2018 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron)   110
28.09.2018 Bayreuth, Landkrs. Birkenpilz (Leccinum scabrum)   41
28.09.2018 Bayreuth, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   76
28.09.2018 Bayreuth Maronenpilz (Xerocomus badius)   87
26.09.2018 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   590
26.09.2018 Main-Spessart, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   18
26.09.2018 Pfaffenhofen a.d. Ilm, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   310
26.09.2018 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron)   51
25.09.2018 Erding, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   300
25.09.2018 Starnberg, Landkrs. Flockenstieliger Hexenröhrling (Boletus erytropus)   52
25.09.2018 Starnberg, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   220
25.09.2018 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   450
25.09.2018 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   140
25.09.2018 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   83
25.09.2018 Neu-Ulm, Landkrs. Wildpilzmischungen   98
24.09.2018 Regen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   340
24.09.2018 Schwandorf, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   44
24.09.2018 Schwandorf, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis b.ärens b.pinicola b.ästivalis)   48
24.09.2018 Neustadt a.d. Waldnaab, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   26
24.09.2018 Regensburg, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   81
24.09.2018 Schwandorf, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis b.ärens b.pinicola b.ästivalis)   24
24.09.2018 Freyung-Grafenau, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   190
24.09.2018 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   350
23.09.2018 München Steinpilz (Boletus edulis b.ärens b.pinicola b.ästivalis)   59
23.09.2018 Straubing Maronenpilz (Xerocomus badius)   42
22.09.2018 Augsburg, Landkrs. Wiesenchampignon (Agaricus camprestris) < 5,3
20.09.2018 Neuburg-Schrobenhausen, Landkrs. Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron)   5,9
19.09.2018 Traunstein, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis b.ärens b.pinicola b.ästivalis)   69
19.09.2018 Kelheim, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   44
19.09.2018 Garmisch-Partenkirchen, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis b.ärens b.pinicola b.ästivalis)   110
19.09.2018 Landshut Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron)   5,7
19.09.2018 Schwandorf, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   100
19.09.2018 Schwandorf, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis b.ärens b.pinicola b.ästivalis)   9,3
18.09.2018 Rosenheim, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   310
18.09.2018 Regen, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   240
18.09.2018 Ebersberg, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   290
18.09.2018 Ebersberg, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   340
18.09.2018 Tirschenreuth, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis b.ärens b.pinicola b.ästivalis)   6,5
18.09.2018 Tirschenreuth, Landkrs. Kuhröhrling (Suillus bovinus)   14
18.09.2018 München Steinpilz (Boletus edulis b.ärens b.pinicola b.ästivalis)   39
18.09.2018 Tirschenreuth, Landkrs. Butterpilz (Suillus luteus)   23
17.09.2018 Neumarkt i.d. OPf., Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis b.ärens b.pinicola b.ästivalis)   30
17.09.2018 Neumarkt i.d. OPf., Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   72
17.09.2018 Schwandorf, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis b.ärens b.pinicola b.ästivalis)   83
13.09.2018 Amberg-Sulzbach, Landkrs. Goldröhrling (Suillus placidus)   43
13.09.2018 Weißenburg-Gunzenhausen, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis b.ärens b.pinicola b.ästivalis)   12
12.09.2018 Schwandorf, Landkrs. Birken-Rotkappe (Leccinum testaceoscabrum) < 0,54
12.09.2018 Miesbach, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis b.ärens b.pinicola b.ästivalis)   46
11.09.2018 Altötting, Landkrs. Parasolpilz (Macrolepiota procera)   7,1
11.09.2018 Altötting, Landkrs. Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron)   9,0
11.09.2018 Wunsiedel i. Fichtelgebirge, Landkrs. Krause Glucke (Sparassis crispa)   1,6
11.09.2018 Schwandorf, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis b.ärens b.pinicola b.ästivalis)   51
11.09.2018 Lindau (Bodensee), Landkrs. Flaschenstäubling (Lycoperdon perlatum)   23
11.09.2018 Passau Birken-Rotkappe (Leccinum testaceoscabrum) < 2,6
05.09.2018 Dachau, Landkrs. Maronenpilz (Xerocomus badius)   28
04.09.2018 Unterallgäu, Landkrs. Krause Glucke (Sparassis crispa)   6,9
19.07.2018 Bad Tölz-Wolfratshausen, Landkrs. Steinpilz (Boletus edulis b.ärens b.pinicola b.ästivalis)   35
07.05.2018 Berchtesgadener Land, Landkrs. Speisemorchel (Morchella esculenta)   6,0
21.03.2018 Erding, Landkrs. Spitzmorchel (Morchella conica) < 3,0

Karten zur Kontamination von Pilzen

In 2017 und 2018 wurden von deutschen Behörden keine Karten zur Strahlenbelastung von Pilzen veröffentlicht. Hintergrund ist vermutlich die große Variation der Cäsium-137 Aktivität von Pilzen auch innerartlich und selbst auf kleinen Arealen. Dadurch sind entsprechende Messwerte nur schwer auf einer Karte darzustellen.

Eigene Forschung

Umweltanalysen.com hat seit 1986 in verschiedenen Forschungsprojekten und in eigener Forschung die Dynamik von Radionukliden in Pilzen untersucht. Die Arbeiten erfolgten überwiegend in durch den Tschernobyl-Fallout besonders betroffenen Gebieten im Bayerischen Wald. Proben von Pilzen wurden aber auch in Waldökosystemen in anderen Bundesländern auf Radioaktivität untersucht. Seit 2000 wurden besonders Hirschtrüffel, die mehr als jede andere Pilzart in Deutschland Cäsium-137 akkumuliert, untersucht. Deshalb werden die Messergebnisse auf einer eigenen Seite unter Radioaktivität von Hirschtrüffel dargestellt und diskutiert.

Ergebnisse des Forschungsvorhabens “Überprüfung von Ökosystemen nach Tschernobyl hinsichtlich der Strahlenbelastung der Bevölkerung”

Ebenso wie bei den Pflanzen, unterscheiden sich auch die Pilzarten in ihren Cs-137 Gehalten. In der Abbildung 1 ist die Cs-137 Aktivität verschiedener Pilzarten von der Probefläche B1 aus dem Untersuchungsgebiet Bodenmais dargestellt dargestellt.

Cäsium-137 Aktivität von Hallimasch, Pfifferling, Rotfußröhrling, Ziegenlippe, Kartoffelbovist etc.

Abb. 1: Cs-137 Aktivität in Pilzen, Probefläche B1 und Umgebung, Herbst 2000. Säulen = Mittelwerte, untere bzw. obere Whisker = Minimal- bzw. Maximalwerte

Durchschnittlich waren Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus), mit 390 Bq/kg und Hallimasch (Armillaria mellea) mit 400 Bq/kg in der Frischsubstanz, die am geringsten kontaminierten Speisepilze. Pfifferling (Cantharellus cibarius), Steinpilz (Boletus edulis) und Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron) hatten Aktivitäten von durchschnittlich 1.000 Bq/kg, im mittleren Kontaminationsbereich. Im Durchschnitt deutlich höhere Cs-137 Gehalte hatten Grauer Wulstling (Amanita spissa) und Maronenröhrling (Xerocomus badius), mit 1.700 bzw. 3.030 Bq/kg. Viel höher kontaminiert war Nadelwald-Dickfuß (Cortinarius hercynicus) mit 6.750 Bq/kg. Die Cs-137 Aktivität der unterirdisch wachsenden Hirschtrüffel übertraf, mit durchschnittlich 25.660 Bq/kg,die aller oberirdisch wachsenden Pilzarten um ein Vielfaches.

In der Abbildung 2 sind die Messergebnisse der Pilze, die 2000 auf F1 in Fuhrberg entnommen wurden, dargestellt. Genau wie in Bodenmais unterschieden sich auch hier die einzelnen Arten in ihren mittleren Cs-137 Gehalten, die innerartliche Variabilität war ebenfalls hoch. Die Cs-137 Messwerte von 4 Proben Violetter Lacktrichterling (Laccaria amethysta), bezogen auf Frischsubstanz, reichten von 57 bis 430 Bq/kg, bei einem Mittelwert von 170 Bq/kg. Bei 12 Proben Maronenröhrlingen wurden Cs-137 Werte zwischen 154 und 1.020 Bq/kg ermittelt.

Radioaktivität von Pilzarten im Vergleich, Untersuchungsgebiet Fuhrberg

Abb. 2: Cs-137 Aktivität in Pilzen, Probefläche F1 und Umgebung, Herbst 2000. Säulen = Mittelwerte, untere bzw. obere Whisker = Minimal- bzw. Maximalwerte

Die Reihenfolge der Cs-137 Gehalte in verschiedenen Pilzarten war auf F1 ähnlich wie auf der Probefläche B1. Am niedrigsten war die Aktivität von Parasol (Macrolepiota procera) mit 5 Bq/kg. Auch Pfifferlinge enthielten mit 97 Bq/kg erneut relativ wenig Cs-137. Da von diesen beiden Arten jeweils nur eine Probe untersucht werden konnte, sind die Messergebnisse in der Abbildung 22 nicht dargestellt. Durchschnittlich enthielten Apfeltäubling (Russula paludosa) mit 89 Bq/kg die niedrigste Cs-137 Aktivität. Deutlich höhere mittlere Aktivitätswerte hatten mit 309 Bq/kg Kartoffelbovisten, mit 354 Bq/kg Maronenröhrlinge und mit 359 Bq/kg Rotfußröhrlinge. Aus den Vorjahren liegen von den Pilzarten nicht genügend Messwerte vor, um Trends über den zeitlichen Verlauf der Cs-137 Aktivität zu untersuchen.
Auf der Probefläche G1, in Göttingen ist das Artenspektrum von Pilzen, aufgrund der Bodenverhältnisse und insbesondere wegen des hohen pH-Wertes, anders als auf B1 und F1. Bei mehreren Pilzarten lag die Aktivität, bezogen auf Trockensubstanz, unter der Nachweisgrenze von 0,5 Bq/kg, etwa bei Birnenstäubling (Lycoperdon pyriforme), Fleischiger Anis-Champignon (Agaricus silvicola) und Grauer Wulstling. Auch Röhrlinge enthielten in der Frischsubstanz nur relativ wenig Cs-137 Aktiviät: Maronenröhrlinge hatten durchschnittlich 8,8 Bq/kg (n=6), Rotfußröhrlinge 6,4 Bq/kg (n=1). Höhere Aktivitäten hatten je eine Probe Grüner Speisetäubling (Russula heterophylla) 28,4 Bq/kg und Mehlstiel-Täubling (Russula farinipes) 178 Bq/kg.

Bezogen auf alle 3 Untersuchungsgebiete, wurde 2000 die geringste Cs-137 Aktivität mit mit <0,5 Bq/kg in der Frischsubstanz, in Birnenstäubling, Dünnfleischiger Anis-Champignon und Grauer Wulstling auf der Probefläche G1 ermittelt, die höchste mit 34.870 Bq/kg in Hirschtrüffeln, auf der Probefläche B1.
Diese Werte sind wahrscheinlich die Minimal- bzw. Maximalwerte von Cs-137 in Pilzen in Bundesrepublik im Jahr 2000, die Aktivität variierte damit über 5 Größenordnungen. Die Abbildung 3 verdeutlicht die Spannweite der Cs-137 Messwerte bei dem Speisepilz Maronenröhrling.

Cäsium-137 Aktivität von Xerocomus badius (Maronenröhrling)

Abb. 3: Cs-137 Aktivität von Maronen-Röhrlinge in den Untersuchungsgebieten, 2000. Logarithmische Darstellung!

Tuber – Echte Trüffel ohne nennenswerte Cäsium 137 Radioaktivität

Tuber aestivum – Die Burgunder-Trüffel

Die zu den echten Trüffel gehörende Burgunder-Trüffel (Tuber aestivum) akkumuliert im Gegensatz zu den Hirschtrüffel kaum Cäsium 137. Büntgen et al. (2015) untersuchten 85 Fruchtkörpern aus Deutschland, Frankreich, Italien, Ungarn und der Schweiz. Keine der Proben enthielt mehr als 2 Bq Cäsium 137 pro Kilogramm.

Während Elaphomyces Cäsium 137 stark akkumulieren, ist dies offenbar bei vielen echten Trüffelarten nicht der Fall. So fanden Büntgen et al. 2016 in 85 Proben von Tuber aus Schweiz, Deutschland, Frankreich, Italien und Ungarn weniger als 2 Bq/kg Cäsium 137. Bei den Proben handelte es sich um Tuber aestivum, die in Deutschland als Burgunder-Trüffel oder Sommer-Trüffel bekannt ist.

 Tuber magnatum – Die Weiße Trüffel oder Alba-Trüffel

Auch die global mit zu den teuersten Trüffel-Fruchtkörpernm zählende  Tuber magnatum reichert kein Cäsium 137 an. Büntgen et al. 2019 fanden an der Alba-Trüffel an 10 Standorten aus Ungarn keine nennenswerte spezifische Cs-137 Aktivität. Die Autoren untersuchten Proben von 10 Trüffel aus Ungarn.

Die Ursachen für die geringen Strahlenbelastung von Tuber Cäsium 137 Radioaktivität von Tuber aestivum und Tuber magnatum Fruchtkörper sind noch nicht bekannt. Vermutlich liegt es an der Nahrungsphysiologie der Trüffel. Tuber Species, insbesondere die Gattung Tuber magnatum Pico, beschränken sich im Vorkommen auf kleine Gebiete mit besonders geeigneten Umweltbedingungen (Mello et al. 2004). Gourmets können daher zumindest die Burgunder-Trüffel und die Weiße Trüffel ohne Reue geniessen, die echten Trüffel scheinen kein Cäsium 137 zu akkumulieren und die Feinschmecker können aufatmen.

Tuber Melanosporum

Ob die Cäsium 137 Diskriminierung auch für Tuber melanosporum gilt muss noch untersucht werden.

Warum reichern Hirschtrüffel Cs-137 an, Tuber aestivum und Tuber magnatum dagegen nicht?

Vermutlich sind für die Cäsium 137 Akkumulation (Hirschtrüffel) und Diskriminierung im Fall der Tuber-Arten grundlegende genetische Unterschiede verantwortlich. Zusätzlich besetzen beide Gruppen verschiedene ökologische Nischen. Die unterschiedlichen Standortansprüche bedingen einen unterschiedlichen Cäsium Transfer Boden > Fruchtkörper. Hirschtrüffel wachsen gern auf sauren Böden von Nadelwäldern. Auf diesen meist humosen Böden ist der Cäsium Transfer relativ hoch.

Im Gegensatz dazu wachsen die beiden Tuber Arten bevorzugt auf warmen, kalkhaltigen Böden unter Eichen, Haselnuss etc. Auf solchen Böden ist der Transfer von Cäsium in die Burgundertrüffel oder Alba-Trüffel vergleichsweise gering.

Darüber hinaus spielt natürlich auch das Cäsium Inventar des Bodens eine entscheidende Rolle. In den Wachstumsgebieten der beiden Tuber Arten ist durch den Tschernobyl-Fallout deutlich weniger Cäsium 137 deponiert worden als beispielsweise in Deutschland oder Österreich.

Literatur

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