Waldfläche РDeutschland, weltweit РFlächenangaben und Veränderung

Die Klimadebatte hat den Wald diesen Sommer in die Medien gebracht, denn die D√ľrre stresst die B√§ume inzwischen auch f√ľr Laien sichtbar. Trotz zunehmender Bodennutzung und Ausbreitung urbaner Areale ist die Waldfl√§che in Deutschland h√∂her als in den meisten anderen westlichen L√§ndern. In Deutschland sind rund 11,4 Mio. Hektar von Wald bedeckt. Fichte , Kiefer, Buche und Eiche sind die Hauptbaumarten.

Doch was zählt eigentlich alles zur Waldfläche?

F√ľr die Erfassung der Fl√§chen werden folgende Kriterien festgelegt (nach destatis.de und FAO.org):

  • 0,5 ha Mindestfl√§che.
  • Beschirmungsgrad von mindestens 10%
  • Bestockung von mindestens 5 Meter H√∂he im Wachstumszyklus erreichbar
  • Kleinere Lichtungen, Feuerschneisen und Waldwege die die Kriterien erf√ľllen werden einbezogen
  • Erholung- und Naturparks, die keine st√§dtischen Fl√§chen darstellen werden einbezogen
  • Pflanzungen ohne wirtschaftliche Nutzung

Die Waldfläche nach Bundesländern

Das Statistische Bundesamt ver√∂ffentlicht in regelm√§√üigen Abst√§nden die Daten zu den mit Wald bestockten Fl√§chen. In der Tabelle 1 sind die Daten f√ľr 2017 und die Ver√§nderung der Waldfl√§chen gegen√ľber 2008 angegeben.

Tab. 1 Waldflächen der Bundesländer, Stand 2017.
Quelle: Bodenfläche nach Art der tatsächlichen Nutzung РFachserie 3 Reihe 5.1 Р2017

Bundesland Waldfl√§che [ha] 2017 Ver√§nderung % gegen√ľber 2008
Baden-W√ľrttemberg 1.352.514 -1,1
Bayern 2.488.634 0,7
Berlin 15.756 -2,9
Brandenburg 1.031.187 -1,3
Bremen 460 -41,5
Hamburg 4.025 -14,4
Hessen 839.406 -0,9
Mecklenburg-Vorpommern 493.055 -1,4
Niedersachsen 1.024.507 0,1
Nordrhein-Westfalen 849.133 -2,2
Rheinland-Pfalz 805.284 -3,2
Saarland 85.608 -0,6
Sachsen 495.945 -0,5
Sachsen-Anhalt 456.717 -7,3
Schleswig-Holstein 162.294 -1,7
Th√ľringen 533.429 3,5

Laut dem Statistischen Bundesamt betrug 2017 die Gesamtfläche an Wald in Deutschland 10.637.955 ha. Unterschiede zu anderen Angaben von Organisation wie Waldverbänden, Forstwirtschaft etc. können durch unterschiedliche Berechnungsgrundlagen zu stande kommen.

Die gr√∂√üten Waldfl√§chen haben Bayern mit rund 2,5 Mio ha, Baden-W√ľrttemberg mit rund 1,4 Mio ha und Brandenburg mit 1,0 Mio. ha.

 

Entwicklung der Waldfläche weltweit

In der Abbildung 1 ist die Entwicklung der globalen Waldfl√§che dargestellt. Die Fl√§che sind seit der Erhebung 1990 von 31,6 % auf 30,7% in 2015 zur√ľckgegangen. Die geringe relativ geringe Abnahme gibt aber nicht unbedingt die qualitative Entwicklung wieder. Es kann durchaus √∂kologisch hochwertiger Regenwald vernichtet worden sein und daf√ľr √§quivalent minderwertiges Brachland zverbuscht und damit als „forest area“ aufgewertet und erstmalig bei dem Zensus erfasst worden sein.

Entwicklung der Waldfläche weltweit. Angaben in Prozent der Gesamtfläche. Quelle der Rohdaten: worldbank.org

 

FAO Definition „forest area“

„Forest area is land under natural or planted stands of trees of at least 5 meters in situ, whether productive or not, and excludes tree stands in agricultural production systems (for example, in fruit plantations and agroforestry systems) and trees in urban parks and gardens.“ Quelle: Worldbank.org

Tab. 2: Waldflächen der Länder in Prozent der Landesfläche. Quelle: destatis, FAO

Land Jahr der Erhebung Waldfläche, % der Landfläche
Europa
Albanien 2016 28,1
Andorra 2016 34
Belarus 2016 42,6
Belgien 2016 22,6
Bosnien und Herzegowina 2016 42,7
Bulgarien 2016 35,4
Dänemark 2016 14,7
Deutschland 2016 32,7
Estland 2016 51,3
Finnland 2016 73,1
Frankreich 2016 31,2
Griechenland 2016 31,7
Irland 2016 11
Island 2016 0,5
Italien 2016 31,8
Kroatien 2016 34,4
Lettland 2016 54
Liechtenstein 2016 43,1
Litauen 2016 34,8
Luxemburg 2016 35,7
Malta 2016 1,1
Mazedonien, eh. jug. Rep. 2016 39,6
Moldau, Republik 2016 12,6
Montenegro 2016 61,5
Niederlande 2016 11,2
Norwegen 2016 33,2
√Ėsterreich 2016 46,9
Polen 2016 30,9
Portugal 2016 34,6
Rumänien 2016 30,1
Russische Föderation 2016 49,8
San Marino 2016 0
Schweden 2016 68,9
Schweiz 2016 31,8
Serbien 2016 31,1
Slowakei 2016 40,4
Slowenien 2016 62
Spanien 2016 36,9
Tschechische Republik 2016 34,6
T√ľrkei 2016 15,4
Ukraine 2016 16,7
Ungarn 2016 22,9
Vereinigtes Königreich 2016 13,1
Zypern 2016 18,7
Afrika
√Ągypten 2016 0,1
Algerien 2016 0,8
Angola 2016 46,3
√Ąquatorialguinea 2016 55,5
√Ąthiopien 2016 12,5
Benin 2016 37,8
Botsuana 2016 18,9
Burkina Faso 2016 19,3
Burundi 2016 10,9
Cabo Verde 2016 22,5
C√īte d’Ivoire 2016 32,7
Dschibuti 2016 0,2
Eritrea 2016 14,9
Eswatini 2016 34,3
Gabun 2016 90
Gambia 2016 48,4
Ghana 2016 41,2
Guinea 2016 25,8
Guinea-Bissau 2016 69,8
Kamerun 2016 39,3
Kenia 2016 7,8
Komoren 2016 19,7
Kongo 2016 65,4
Kongo, Dem. Republik 2016 67,2
Lesotho 2016 1,6
Liberia 2016 43,1
Libyen 2016 0,1
Madagaskar 2016 21,4
Malawi 2016 33,2
Mali 2016 3,8
Marokko 2016 12,6
Mauretanien 2016 0,2
Mauritius 2016 19
Mosambik 2016 48
Namibia 2016 8,3
Niger 2016 0,9
Nigeria 2016 7,2
Ruanda 2016 19,7
Sambia 2016 65,2
São Tomé und Príncipe 2016 55,8
Senegal 2016 42,8
Seychellen 2016 88,4
Sierra Leone 2016 43,1
Simbabwe 2016 35,5
Somalia 2016 10
S√ľdafrika 2016 7,6
Tansania, Vereinigte Republik 2016 51,6
Togo 2016 3,1
Tschad 2016 3,8
Tunesien 2016 6,8
Uganda 2016 9,7
Zentralafrikanische Republik 2016 35,6
Amerika
Antigua und Barbuda 2016 22,3
Argentinien 2016 9,8
Bahamas 2016 51,4
Barbados 2016 14,7
Belize 2016 59,7
Bolivien, Plurinat. Staat 2016 50,3
Brasilien 2016 58,9
Chile 2016 24,3
Costa Rica 2016 54,6
Dominica 2016 57,4
Dominikanische Republik 2016 41,7
Ecuador 2016 50,2
El Salvador 2016 12,6
Grenada 2016 50
Guatemala 2016 32,7
Guyana 2016 83,9
Haiti 2016 3,5
Honduras 2016 40
Jamaika 2016 30,9
Kanada 2016 38,2
Kolumbien 2016 52,7
Kuba 2016 31,3
Mexiko 2016 33,9
Nicaragua 2016 25,9
Panama 2016 61,9
Paraguay 2016 37,7
Peru 2016 57,7
St. Kitts und Nevis 2016 42,3
St. Lucia 2016 33,2
St. Vincent und die Grenadinen 2016 69,2
Suriname 2016 98,3
Trinidad und Tobago 2016 46
Uruguay 2016 10,7
Venezuela, Bolivarische Republik 2016 52,7
Vereinigte Staaten 2016 33,9
Asien
Afghanistan 2016 2,1
Armenien 2016 11,7
Aserbaidschan 2016 14,1
Bahrain 2016 0,8
Bangladesch 2016 11
Bhutan 2016 72,5
Brunei Darussalam 2016 72,1
China 2016 22,3
Georgien 2016 40,6
Indien 2016 23,8
Indonesien 2016 49,9
Irak 2016 1,9
Iran, Islamische Republik 2016 6,6
Israel 2016 7,7
Japan 2016 68,5
Jemen 2016 1
Jordanien 2016 1,1
Kambodscha 2016 52,9
Kasachstan 2016 1,2
Katar 2016 0
Kirgisistan 2016 3,3
Korea, Dem. Volksrepublik 2016 40,7
Korea, Republik 2016 63,4
Kuwait 2016 0,4
Laos, Dem. Volksrepublik 2016 82,1
Libanon 2016 13,4
Malaysia 2016 67,6
Malediven 2016 3,3
Mongolei 2016 8
Myanmar 2016 43,6
Nepal 2016 25,4
Oman 2016 0
Pakistan 2016 1,9
Philippinen 2016 27,8
Saudi-Arabien 2016 0,5
Singapur 2016 23,1
Sri Lanka 2016 32,9
Syrien, Arabische Republik 2016 2,7
Tadschikistan 2016 3
Thailand 2016 32,2
Timor-Leste 2016 45,4
Turkmenistan 2016 8,8
Usbekistan 2016 7,5
Vereinigte Arabische Emirate 2016 4,6
Vietnam 2016 48,1
Ozeanien
Australien 2016 16,3
Fidschi 2016 55,9
Kiribati 2016 15
Marshallinseln 2016 70,2
Mikronesien, F. Staaten von 2016 91,9
Nauru 2016 0
Neuseeland 2016 38,6
Palau 2016 87,6
Papua-Neuguinea 2016 74,1
Salomonen 2016 77,9
Samoa 2016 60,4
Tonga 2016 12,5
Tuvalu 2016 33,3
Vanuatu 2016 36,1

Grundlagen der FAO Waldflächenerhebung: Statistisches Konzept und Methodik

Der Wald wird sowohl durch das Vorhandensein von B√§umen als auch durch das Fehlen anderer vorherrschender Landnutzungen bestimmt. Die B√§ume sollten in situ eine Mindesth√∂he von 5 Metern erreichen. Aufforstungsgebiete, die noch nicht erreicht sind, aber voraussichtlich eine √úberdachung von 10 Prozent und eine Baumh√∂he von 5 Metern erreichen werden, sind ebenso enthalten wie vor√ľbergehend nicht aufgestockte Gebiete, die durch Eingriffe des Menschen oder nat√ľrliche Ursachen entstanden sind und sich voraussichtlich regenerieren. Die Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) bietet detaillierte Informationen zur Waldbedeckung und angepasste Sch√§tzungen zur Waldbedeckung.

Die Umfrage verwendet eine einheitliche Definition von Wald. Obwohl die FAO eine Aufschl√ľsselung der Waldbedeckung zwischen Naturwald und Plantage f√ľr Entwicklungsl√§nder vorsieht, spiegeln die zur Ableitung dieser Indikatordaten verwendeten Walddaten diese Aufschl√ľsselung nicht wider. Die gesamte Landfl√§che umfasst keine Binnenwasserk√∂rper wie gro√üe Fl√ľsse und Seen. Abweichungen von Jahr zu Jahr k√∂nnen auf aktualisierte oder √ľberarbeitete Daten zur√ľckzuf√ľhren sein, anstatt sich im Gebiet zu √§ndern. Der Indikator wird abgeleitet, indem die gesamte Waldfl√§che eines Landes durch die gesamte Landfl√§che des Landes dividiert und mit 100 multipliziert wird.

Geschichte

Die FAO sammelt und analysiert seit 1946 Daten zur Waldfl√§che. Dies geschieht im Rahmen der Global Forest Resources Assessment (FRA) in Abst√§nden von 5-10 Jahren. Die FAO meldet Daten f√ľr 229 L√§nder und Gebiete. F√ľr die verbleibenden 56 kleinen Inselstaaten und Gebiete, f√ľr die keine Informationen vorliegen, erstellt die FAO einen Bericht unter Verwendung der vorhandenen Informationen und einer Literaturrecherche. Die Daten werden vom FRA-Team der FAO auf subregionaler, regionaler und globaler Ebene aggregiert und Sch√§tzungen werden durch direkte Summierung erstellt. Die Verz√∂gerung zwischen dem Bezugsjahr und der tats√§chlichen Produktion von Datenreihen sowie die H√§ufigkeit der Datenproduktion sind von Land zu Land unterschiedlich. Entwaldete Gebiete umfassen keine abgeholzten Gebiete, die zur Regeneration bestimmt sind, oder Gebiete, die durch das Sammeln von Brennholz, sauren Niederschlag oder Waldbr√§nde besch√§digt wurden. Negative Zahlen deuten auf eine Zunahme der Waldfl√§che hin.

Daten

Die Daten umfassen Gebiete mit Bambus und Palmen; Waldwege, Feuerbr√ľche und andere kleine Freifl√§chen; Wald in Nationalparks, Naturschutzgebieten und anderen Schutzgebieten von besonderem wissenschaftlichen, historischen, kulturellen oder spirituellen Interesse. Zus√§tzlich Windschutz, Schutzg√ľrtel und Korridore von B√§umen mit einer Fl√§che von mehr als 0,5 Hektar und einer Breite von mehr als 20 Metern; Plantagen, die in erster Linie zu forstwirtschaftlichen oder Schutzzwecken genutzt werden, wie Gummiholzplantagen und Korkeichenbest√§nde.

Die Daten schlie√üen Baumbest√§nde in landwirtschaftlichen Produktionssystemen wie Obstplantagen und Agroforstsystemen aus. Die Waldfl√§che schlie√üt auch B√§ume in st√§dtischen Parks und G√§rten aus. Der Anteil der Waldfl√§che an der gesamten Landfl√§che und √Ąnderungen des Anteils werden berechnet, um Trends zu identifizieren.